Aktuelles Ausstellungsprogramm
Presseinformation
Peter Casagrande
Das große Format
Vernissage: 10.6.2010, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 11.6.- 10.7.2010
Öffnungszeiten: Di – Sa 13 – 19 Uhr
So 11 – 17 Uhr
Ende der neunziger Jahre schuf der Maler Peter Casagrande unter dem Motto „Das große Format“ in fünf ausgesuchten Gebäuden vor Ort monumentale abstrakte Gemälde. Das letzte dieser Reihe, das Aschaffenburger Bild von 1997 mit den Abmessungen 5,60 x 8 Meter, ist Zentrum der Juni-Ausstellung im Kunstpavillon. Seine Vorgehensweise bei der Arbeit an dieser Werkserie verstand der Künstler als „Work in Progress“. Besucher konnten ihn bei der Arbeit beobachten und den Fortgang der Bilder verfolgen. Die Aktion in Aschaffenburg fand in einer ehemaligen Jesuitenkirche aus dem 17. Jahrhundert, die heute als Kunsthalle genutzt wird, statt. Grundlegend für die Entstehung der abstrakten Komposition war der Bezug zur Architektur. Seiner überdimensionalen Ausmaße wegen setzt sich das Bild aus 8 Teilen zusammen. Das ermöglichte dem Künstler, die Farbe auf höchst unterschiedliche Weise auf die Leinwand zu bringen. So nahm er Teile aus dem bereits aufgestellten Gefüge, um sie auf den Boden zu legen und Farbe darauf zu schütten, die bei senkrechter Aufstellung über die Billflä-che floss. Dieser Vorgang ließ sich mehrmals in verschiedene Richtungen wiederholen. Zufäl-lige und geplante Vorgänge vermischten sich zur Gestaltung. Selbst auf den Fotografien, die von diesen Aktionen gemacht wurden, ist noch erkennbar, dass Arbeit hierbei auch körperliche Anstrengung heißt.
Im Kunstpavillon findet das Aschaffenburger Gemälde eine von seinem Entstehungsort völlig verschiedene Situation vor. Der Lichteinfall von oben beherrscht jetzt den Eindruck. Raum und Bild, die beide die menschliche Körpergröße um ein Vielfaches übertreffen, verbinden sich zum Pathos. Zur Zeit der Entstehung des Bildes besuchte Peter Casagrande die Fresken von Tiepolo aus dem 18. Jahrhundert im nahe gelegenen Würzburg. Trotz des zeitlichen und darstellerischen Gegensatzes der beiden Künstler lassen sich Bezüge finden. Es ist die Überzeugung von Peter Casagrande, dass traditionelle gegenständliche und moderne abstrakte Malerei dieselben Gesetzmäßigkeiten der Bildlogik befolgen muss. Dies gilt für die Bildaufteilung im Ganzen wie für die Bedeutung des Details.
Peter Casagrande lebt und arbeitet in Maitenbeth bei München. Er hat in München bei Tröger und in Berlin bei Kiefer und Cruxin studiert.
Pressetext (PDF, 9 KB)
Pressearbeit : Dr. Annemarie Zeiller, Isabellastr. 33, 80796 München, 089-271 07 21
Mit freundlicher Unterstützung von Kulturreferat

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