KUNSTPAVILLON

Seerosenpreis 2026

Seerosenpreis 2026

Seerosenpreis 2026

07.08.2026 - 23.08.2026

Vernissage: 06.08.2026 ab 19 Uhr


Der Seerosenpreis wurde 1962 vom damaligen Oberbürgermeister Dr. Hans-Jochen Vogel, dem Maler Hermann Geiseler und Mitgliedern des Seerosenkreises ins Leben gerufen.     Der Preis wird jährlich von einer Jury, bestehend aus Künstler*innen, an Kolleg*innen vergeben, die langjährig tätig sind und ihren Lebens- und Schaffensmittelpunkt in München haben.

 

Esther Glück

Esther Glück studierte Kommunikationsdesign und Philosophie an Hochschule und LMU München.
Ihr Hauptstudium und Diplom absolvierte sie im Fach Abstraktion bei Professor Heiner H. Hoier.
Als zudem staatlich anerkannte Bühnenbildhauerin realisiert sie seit 1991 internationale
Ausstellungen, wie etwa 2022 im Ghettomuseum Theresienstadt und engagiert sich gleichwohl in
der Münchner Kunstszene. Ihre Kunstwerke finden sich in staatlichen Museen und Stiftungen, in
privaten und öffentlichen Sammlungen wie den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen sowie im
öffentlichen Raum.
Projekte wie die gezeichneten und radierten Kunstfilme „Für das Ende der Zeit“ (in ARD-Alpha)
und „Fatherlandscape“ machten die Künstlerin bekannt. Der Bayerische Landtag zeigte die
Premieren ihrer Filme.
Sie war auf mehreren Biennalen im Münchner Haus der Kunst vertreten. 2024 wurde sie von der
Oper Antwerpen und der Oper Ghent mit „Brodeck“ für ein beeindruckendes Projekt über Krieg
und dessen Folgen engagiert.
Beständig kreisen die Arbeiten von Esther Glück um den Verlust von Menschen und Kultur. Sie
positionieren sich nahe bei den Opfern und erinnern uns an unsere Empathie und Menschlichkeit.
Ihre künstlerischen Projekte fragen nach dem „Menschen-Werk“. Es sind Fragen, die auch die
Philosophen Hannah Arendt und Theodor W. Adorno zutiefst bewegt haben. Deren Misstrauen
gegenüber einer Kultur, die einen Zivilisationsbruch ermöglichte, ist ernst zu nehmen. Bei Esther
Glück handelt es sich um eine Kunst, die den Zusammenhang zwischen Kultur und Barbarei
erforscht und die Überprüfung unserer Werte und Entscheidungen bezüglich Menschlichkeit und
Solidarität einfordert.
Immer wieder finden sich in Glücks Installationen und Filmen jene Techniken, Formen und
Materialien, die wie Zeugen von den tiefsten Verletzungen berichten.

 

Heribert Heindl

Ich beschäftige mich nun seit fast 40 Jahren intensiv mit Malerei. Auf die anfänglich recht
begrenzten Mittel Bleistift, Buntstift, Malkasten folgten über die Jahre alle möglichen Erprobungen
und Untersuchungen in allen erdenklichen Malmaterialien: Kreidefarbe, Eitempera, Tusche,
Dispersion, Acryl, Öl, Collage, Alkydharz, Aquarell, Lack, Spray, etc.. Jedes Material bietet andere
Möglichkeiten und neue Grenzen.
Mein Interesse geht dabei immer dahin, die Grenzen auszuloten: die Grenzen des Materials, die
Grenzen der Kunstgeschichte, die Grenze des „guten Geschmacks“, die Grenzlinie zwischen Natur
und Abstraktion, - einfache Gratwanderungen, aufregende Unsicherheiten.
Ein Bild muss mich in der Entstehung - aber erst recht, wenn es „fertig“ sein soll - selbst
provozieren, damit ich mich nicht langweilt. Nicht eine Provokation um der Provokation Willen,
sondern um mich und den Betrachter zum Innehalten und zum Zweifeln zu verführen:
Ist das schon/noch ein Bild?
Ist das eine Ikone oder ein Icon?
flächiges Gewebe oder räumliches Gestrüpp?
Vorne - hinten, innen - außen, konvex - konkav, bleiben die zeitübergreifenden Fragen der Malerei,
der Optik, der Physik, der Kunstgeschichte!?
Für den Schauspieler ist eine der schwierigsten Übungen „normal“ zu gehen, einfach einmal quer
über die Bühne, ohne dass es nach „gespieltem Gehen“ ausschaut.
Für den Maler ist der Pinselstrich die Herausforderung: er ist schnell mal ein Ast, eine Schlange,
ein Unterarm oder gar die Begrenzungslinie zwischen Himmel und Erde; der naturalistischste
Pinselstrich aber wäre der, der einen Pinselstrich darstellt - und der schwierigste!
Bilder zu entwickeln, die Bilder an sich sind - nichts anderes - und doch das Verständnis für das
gewohnte Bild durch ein ungekünsteltes malerisches Voranschreiten, egal mit welchen Mitteln, in
Frage zu stellen, das ist die Herausforderung.